10 Fragen zum Bioweinbau beantwortet Paulin Köpfer (Betriebsleiter im Weingut Zähringer).

  1. Was ist das – ökologischer Weinbau?

Ökologischer oder biologischer Weinbau ist ein eigenständiges Anbausystem, in dem alle Aspekte der Natur zum Wohle des Gedeihens der Reben mit beachtet werden. Vereinfacht besagen die Regeln des ökologischen Weinbaues:
* ausschließlich organische und mineralische Dünger (keine Kunstdünger)
* keine naturfremden chemisch-synthetischen Substanzen
* Ausschluss transgener Pflanzen und Hefen

  1. Was bedeutet ECOVIN?

ECOVIN ist das Warenzeichen des ECOVIN-Bundesverbandes ökologischer Weinbau, mit dem Weine, die den strengen ECOVIN -Erzeugerrichtlinien entsprechen, ausgezeichnet werden dürfen. Das ECOVIN Markenzeichen garantiert durch seine strengen, ständig aktualisierten Richtlinien besondere Qualität und ökologische Konsequenz.

  1. Kann ich sicher sein, dass wo “ECOVIN” draufsteht auch “bio” drin ist?

Ja, alle ECOVIN-Betriebe werden ständig auf Einhaltung der Verordnung EG Nr.2092/91 “ökologischer Landbau” durch staatlich beauftragte Kontrollstellen überwacht. Die EG-Kontroll-Nr. (z.B. DE 039 Ökokontrollstelle) belegt diese Prüfung. Zusammen mit der darüber hinausgehenden Kontrolle durch ECOVIN wird Ihnen ein hohes Maß an Sicherheit gewährt.

  1. Wie unterscheiden sich BIO- oder ECOVIN-Weine von anderen Weinen?

Die Unterschiede betreffen hauptsächlich die Arbeit im Weinberg, insbesondere die Bodenbearbeitung und die Pflanzenpflege: Die Reben erhalten ihre Nährstoffe nicht über Kunstdünger sondern über Gründüngung (die Reben wachsen zwischen Blumenwiesen!) oder Humuszufuhr durch Kompost. Die Gesundheit der Reben ist nicht das Ergebnis diverser Pflanzenschutzmittel, sondern ist der gezielten Unterstützung der Widerstandskräfte der Pflanzen zu verdanken. Dem Wirken von Schädlingen im Weinbau setzen die ECOVIN-Winzer die Förderung von Nützlingen entgegen – nach dem Vorbild der Natur.

  1. Warum tragen Zähringer Weine neuerdings auch das Demetersiegel?

Seit 1987 arbeiten wir im Weingut Zähringer nach den Biorichtlinien des ECOVIN Bundesverbandes. Seit etlichen Jahren setzen wir darüber hinaus gezielt die biologisch dynamischen Präparate Hornmist und Hornkiesel ein und erfüllen damit auch die Kriterien von DEMETER. Seit 2010 haben wir uns dem DEMETER-Verband angeschlossen. Unsere Weine sind damit sowohl ECOVIN als auch DEMETER zertifiziert.

  1. Hat der ökologische Anbau Auswirkungen auf die Weinqualität?

Selbstverständlich ja: vor allem die natürliche Ernährung der Reben führt zu geringeren Erträgen. Wegen der allgemein gültigen “Menge-Güte”-Formel (weniger Menge = höhere Qualität) bringen ökologisch erzeugte Trauben immer ein höheres Qualitätspotential mit sich.

  1. Schmecken ECOVIN-Weine anders?

Bioweine schmecken nicht grundsätzlich anders oder besser als qualitativ gleichwertige konventionell erzeugte Weine. Sie weisen jedoch tendenziell größere Vielfalt an Aromen und Inhaltsstoffen auf. Ihr individueller Charakter wird auch dadurch erhöht, dass sie ihre Herkunft, den Boden und die Lage (oft unter dem Begriff „Terroir“ zusammengefasst), deutlich wiederspiegeln.

  1. Welchen Nutzen habe ich, wenn ich ECOVIN-Weine kaufe?

Sie können einen hochwertigen Wein mit rebsortentypischem Aroma genießen. Mit Ihrer Entscheidung, Wein aus ökologischem Anbau zu kaufen, schützen Sie noch dazu persönlich und aktiv unsere Natur.

  1. Sind Bioweine teurer?

Nein! Biowinzer erbringen zwar eine höhere Arbeitsleistung und ernten weniger Ertrag. Geringere Erträge bedeuten zugleich aber auch eine höhere Weinqualität. Somit sind die Kosten pro Flasche Wein etwas höher, um die Wirtschaftlichkeit der Winzerfamilien zu sichern. In Anbetracht wegfallender Umweltfolgekosten für die Allgemeinheit (Grundwasser, Luft, Boden, Gesundheitskosten usw.) sind Ökoweine aber insgesamt gesehen sogar preiswerter als konventionell angebaute Weine.

  1. Gibt es bei ECOVIN auch Besonderheiten in der Weinbereitung?

Ja, der schonende, möglichst naturbelassene Ausbau von Weinen ist zum Glück seit Jahrhunderten ein Grundsatz der Weinbereitung. Die ECOVIN und DEMETER-Kriterien regeln seit 1985 bereits auch eine natürliche biologische Weinbereitung. Seit 2012 ist die Kellerwirtschaft nun auch gesetztlich geregelt. Damit ist ab dem Jahrgang 2012 die Deklaration „Biowein“ auf dem Etikett zulässig.

 

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